6. Januar 2019

News

Nachruf Ferdinand Kriwet (1942–2018)

Text: Jörg Stürzebecher

Auch wenn manche seiner Arbeiten haptisch zu erleben sind, wie seine Blech-Textschilder oder der Wandteller für Rosenthal, das Antasten, das Sich-vorsichtig-Nähern war seine Sache nicht, sondern er war gleich bei der Sache, zuerst mit seinem kleinschreibblocksatztextohnekommaabsatzundsoweiter-Buch „Rotor“ (1961): Da war der am 17. Dezember 2018 verstorbene Ferdinand Kriwet gerade 19 Jahre alt und, wie es Carl Einstein Anfang des 20. Jahrhunderts über die Präsenz junger Neuerer formuliert hatte, „in der Literatur“.



 

Für Kriwet war der Text Bild und das Bild Text und damit Sehtext, in seinen Mixed-Media-Produktionen, den Poem-Paintings, Buttons, Signs und Flags, konnte er ohne Wörter erzählen wie auch in dem ausgezeichneten und noch immer günstig zu erwerbenden „Apollo Amerika“ (1969), dem ersten Bilderbuch der Edition Suhrkamp. Das Visuelle erforderte das Akustische, und so war Kriwet auch einer der großen Praktiker des Neuen Hörspiels, in einer Reihe mit Hans G. Helms, Ludwig Harig oder Franz Mon, aber natürlich unvergleichlich, auch wenn er wie die letzten beiden in der legendären Kurztextreihe „Schritte“ in der Gestaltung Christian Chruxins vertreten war. Nach den Hörspielen zog er sich zurück, hatte kEine Lust, sich 1986 zu El Lissitzky zu äußern, wurde nach langer Pause ausgestellt und gefeiert, zuletzt wohl in den Schauen über die Studiogalerie der Universität Frankfurt 2018. Da seine Publikationen antiquarisch lieferbar waren und es immer wieder Hinweise in Aufsätzen gab, war er, erfreuliche Folge auch des Internet-Marktplatzes, nie in Vergessenheit geraten, regte Autoren, Herausgeber und Übersetzer wie den Frankfurter Magnus Chrapkowski an. Kriwet war das vielleicht egal, den an visueller Sprache und den am mal „lauten, mal luisen“ Ton Interessierten aber nicht, denn für die gibt es weiterhin die lesens-, sehens- und hörenswerten Arbeiten des Ferdinand Kriwetterminatorerotorganistentakelagentilhomme…

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