Emanuel Goldberg.
Architekt des Wissens

Technische Sammlung Dresden

– 24. September 2017

tsd.de


Der Wissenschaftler Emanuel Goldberg (1881–1970) war ein Hochschulprofessor der Königlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig, der heutigen Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB), und gilt als Visionär der Medientechnik. Seine Forschung zu Fotografie sowie Reproduktions- und Kopierverfahren, der Luftbildfotografie und der Mikrofilmtechnik leisteten einen wesentlichen Beitrag zum Wissensmanagement der Zukunft. Die Künstlergruppe Weltformat, die sich 2013 an der HGB bildete, um seine wissenschaftliche Arbeit zu erforschen, nimmt nun fotografischen Bezug auf zeitgenössische Bildproduktion an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft.




Neben der Panoramawand „Präposition“ widmen sich zwei von den Künstlern gestaltete Vitrinen den Auseinandersetzungen Goldbergs mit der Sensitometrie und der Bestimmung der Lichtempfindlichkeit. Dabei werden Originale mit Reproduktionen und vergleichenden ästhetischen Studien kombiniert. Als Quelle für die ästhetische Auseinandersetzung der Künstlergruppe dient der Nachlass Goldbergs, zu dem mehrere tausend schriftliche Dokumente, geschäftliche und private Korrespondenzen sowie Unterlagen zu Goldbergs wissenschaftlichen Arbeiten gehören. Über einhundert Fotografien, sowie Filmdokumente, Werkzeuge, Versuchsapparaturen und Arbeitsmaterialien aus Goldbergs Tätigkeit als Forscher und Konstrukteur wurden der Technischen Sammlungen Dresden als Schenkung übergeben, um die Dokumente und Gegenstände dauerhaft zu sichern und für Forschungen und Publikationsvorhaben zugänglich zu machen. Neben den künstlerischen Beiträgen der Gruppe Weltformat präsentiert die Ausstellung Foto- und Filminstallationen, Nachbauten seiner Wahrnehmungsversuche und Modelle seiner „Wissensmaschine“. Ergänzend ist ein Filmvortrag zu sehen, der Goldberg als Lehrer, Autor und Ausstellungsgestalter vorstellt.

 

Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt der TU Berlin, der HGB Leipzig, dem Centre for Media History Research der Bournemouth University und der TU Dresden. Informationen zu den Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind online verfügbar.


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